Was ist eine Open-Space-Unconference?

Eine Konferenz, auf den Kopf gestellt

Eine unkonventionelle Art, eine Konferenz durchzuführen — und wer es einmal ausprobiert hat, will nicht mehr zurück.

Eine Unconference ist ein Anlass, den die Teilnehmenden selbst gestalten: Du entscheidest, über welche Themen du sprechen und an welchen du arbeiten möchtest, und mit wem — statt zu hoffen, dass irgendein Speaker deine Frage irgendwo in den Folien streift.

Open Space ist das konkrete Unconference-Format, das wir verwenden. Es beginnt mit einem leeren Programm: keine festen Zeiten, keine zugeteilten Räume, keine vorgegebenen Themen und keine Trennung zwischen «Speakern» und «Publikum». Alle Teilnehmenden gestalten das Programm gemeinsam, indem sie Sessions vorschlagen, planen, durchführen und reflektieren.

Die Kurzfassung

  • ✔ Es geht um Gespräche, die zählen

    Bring deine brennenden Fragen mit, hör dir die Fragen der anderen an, mach bei vielen Diskussionen und Hands-on-Sessions mit und werde noch schlauer, als du ohnehin schon bist — gemeinsam.

  • ✘ Es geht nicht um Speaker und Folien

    Es gibt keinen Call for Papers, keine festen Vorträge und kein Publikum. Es gibt viele tolle Konferenzen, bei denen du dich als Speaker bewerben kannst — SoCraTes gehört einfach nicht dazu.

So läuft ein Open-Space-Tag ab

Jeder Open-Space-Tag an einer SoCraTes folgt demselben einfachen Rhythmus — zu Beginn des Tages von allen Anwesenden gemeinsam von Grund auf gestaltet.

  1. 1 — Marketplace

    Der Tag beginnt mit deinen Ideen

    Alle versammeln sich im Kreis. Wer möchte, tritt in die Mitte und stellt ein Thema vor: eine Frage, eine Diskussion, eine Coding-Übung, etwas, das man anderen beibringen will — oder etwas, das man selbst lernen möchte.

  2. 2 — Das Programm entsteht

    Die Themen kommen an die Wand

    Jedes Thema wird an die «Raum-Zeit-Matrix» gepinnt, eine grosse Wand mit Räumen und Zeitfenstern, die zum spontanen Programm des Tages wird. Wenige Minuten später steht ein komplettes Konferenzprogramm, das niemand im Voraus geplant hat.

  3. 3 — Sessions

    Diskutieren, programmieren, lernen

    Den ganzen Tag über laufen Sessions parallel: Diskussionen, Live-Coding, Mob Programming, Testing-Katas, Architekturdebatten, Gespräche über die Laufbahn — was auch immer der Marketplace hervorgebracht hat. Die Gruppen sind klein, sodass alle mitmachen.

  4. 4 — Pausen und gemeinsames Essen

    Die Gespräche im Gang gehören zum Format

    In den Kaffeepausen und beim Mittagessen gehen Sessions weiter und neue entstehen. Mittagessen, Snacks und Getränke sind im Ticket inbegriffen — niemand muss also ein gutes Gespräch verlassen, um etwas zu essen zu finden.

  5. 5 — Abschlusskreis

    Teile, was du gelernt hast

    Zum Schluss kommen alle wieder im Kreis zusammen: Was haben wir entdeckt, was probieren wir als Nächstes aus, und mit wem wollen wir im Gespräch bleiben?

Die fünf Open-Space-Prinzipien und ein Gesetz

Open Space funktioniert dank einer Handvoll einfacher Regeln. Sie klingen fast zu einfach — und genau deshalb funktionieren sie.

  1. Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute

    Um etwas zu bewegen, braucht es nicht die CEO und hundert Teilnehmende — es braucht Menschen, denen das Thema wichtig ist. Und genau diese Menschen kommen in eine Session.

  2. Es beginnt, wenn die Zeit reif ist

    Begeisterung und Kreativität richten sich nicht nach der Uhr. Sessions beginnen, wenn das Gespräch beginnt.

  3. Wo immer es stattfindet, ist der richtige Ort

    Ein Seminarraum, der Garten, ein Sofa im Gang — Raum für ein gutes Gespräch gibt es überall und jederzeit.

  4. Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen konnte

    Was geschehen ist, ist geschehen. Kein Nachtrauern um die Session, die hätte sein können — weiter zum nächsten Gespräch.

  5. Vorbei ist vorbei

    Manche Themen sind in zehn Minuten erledigt, andere brauchen den ganzen Tag. Wenn das Gespräch zu Ende ist, geht es weiter — es zählt die Arbeit, nicht die Zeit.


Das Gesetz der zwei Füsse: Wenn du merkst, dass du in einer Situation weder etwas lernst noch etwas beitragen kannst: Geh woandershin.


Was das für SoCraTes Youth bedeutet

SoCraTes Youth packt das Open-Space-Format in einen einzigen Tag: Wir treffen uns am Freitagmorgen bei der Ergon Informatik AG in Zürich, stellen am Marketplace gemeinsam das Programm zusammen, halten Sessions bis am Nachmittag und schliessen mit einem gemeinsamen Kreis ab. Die Details findest du im Ablauf.

Weil alles von den Teilnehmenden gestaltet wird, ist es wichtig, wer sich eingeladen fühlt: Studierende, Lernende sowie Entwicklerinnen, Entwickler, Testerinnen und Tester am Anfang ihrer Laufbahn, denen es ein Anliegen ist, wie wir Software bauen. Du musst nichts vorbereiten und keine Expertin oder kein Experte sein — deine Fragen sind genauso wertvoll wie deine Antworten. Zum ersten Mal an einem Open Space? Du wirst staunen, wie schnell es sich selbstverständlich anfühlt.